Über den Artenschutz

Bundesamt für Naturschutz

BfN

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Der weltweit anhaltende Rückgang der biologischen Vielfalt und insbesondere der Rückgang der Arten und ihrer Populationen ist auf zahlreiche Faktoren zurückzuführen. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, sind staatliche Maßnahmen erforderlich, die den unterschiedlichen Gefährdungsursachen Rechnung tragen. Das Bundesamt für Naturschutz arbeitet fortlaufend an der Betreuung und Weiterentwicklung nationaler und internationaler Artenschutzregelungen nach ökologischen und naturschutzfachlichen Grundsätzen. Die einzelnen Regelungen des Artenschutzes richten sich sowohl gegen direkte Gefahren, wie beispielsweise den kommerziellen Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen, wie auch gegen indirekte nachteilige Einwirkungen auf die Lebensräume und Standorte der Arten.

 

Neben grundsätzlichen Fragen zur Ökologie und Schutz von Tier- und Pflanzenarten sowie von Artengemeinschaften führt das Bundesamt für Naturschutz eine Reihe von Situations- und Gefährdungsanalyen für heimische Arten und ihre Habitate bzw. Standorte durch. Die daraus gewonnenen Kenntnisse dienen als Grundlage für Konzepte, Leitlinien und Empfehlungen zu artenschutzrelevanten Fragestellungen bei Maßnahmenplanungen und bei Eingriffen. www.bfn.de

 

Artenschutz - Worum geht es?

 

Kurzinfo Artenschutz - Quelle:  Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU

Die gesamte Artenvielfalt auf unserer Erde wird auf 10 bis 20 Millionen Arten geschätzt. Doch diese Zahl geht dramatisch zurück: Jährlich sterben weltweit etwa 1000mal mehr Arten aus als es unter natürlichen Umständen der Fall wäre. Von den einheimischen Tierarten in Deutschland sind 35 Prozent, von den Pflanzenarten 26 Prozent bestandsgefährdet. Artenschutz bedeutet, die Vielfalt an Pflanzen und Tieren zu bewahren und den Artenschwund zu stoppen. Aber nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern auch ihre Lebensräume müssen geschützt werden. Dies alles erfordert konkrete Maßnahmen: internationale, nationale, regionale und lokale - vor allem aber auch "Artenschutz-gerechtes" Verhalten jedes Einzelnen.

Ziele

Bis zum Jahr 2010 sollte der Verlust der biologischen Vielfalt auf globaler, regionaler und nationaler Ebene entscheidend verringert werden. Dieses sogenannte 2010-Biodiversitätsziel beschlossen im Jahr 2002 Staats- und Regierungschefs auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg. Ein Bericht der Vereinten Nationen vom Mai 2010, der "3. Global Biodiversity Outlook", kommt zum Ergebnis, dass dieses Ziel bisher nicht erreicht wurde: Die biologische Vielfalt geht nach wie vor in dramatischem Ausmaß zurück. Ziel muss nach Auffassung der Bundesregierung bleiben, diesen Trend zumindest zu verlangsamen oder sogar eine Trendwende herbeizuführen.

Politik der Bundesregierung

Die Bundesregierung setzt sich sowohl national als auch international mit aller Kraft dafür ein, den Verlust von Lebensräumen und Arten zu stoppen.

Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt.

Den Kern der Naturschutzpolitik der Bundesregierung bildet die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt. Sie dient dazu, das UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt aus dem Jahr 2002 in Deutschland umzusetzen und formuliert rund 330 Ziele, die bis zum Jahr 2020 im deutschen Naturschutz erreicht sein sollen.

Biodiversität im Fokus des neuen Naturschutzgesetzes

Mit dem neuen Bundesnaturschutzgesetz vom März 2010 (BNatSchG) stellt die Bundesregierung die Sicherung der biologischen Vielfalt an die Spitze der Ziele des Naturschutzrechts. Erstmals werden hiermit bundesweit unmittelbar geltende Vorschriften für den Schutz aller wild lebenden Tier- und Pflanzenarten sowie zur Beobachtung, Eindämmung und Bekämpfung invasiver Arten eingeführt.

Internationale Artenschutzpolitik

Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA)

Eines der wirksamsten internationalen Instrumente im Kampf gegen den Artenschwund ist das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES, Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, www.cites.org). Es regelt und begrenzt den Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. In der Bundesrepublik Deutschland ist das Abkommen bereits seit 1976 in Kraft. Es listet die gefährdeten Arten in drei Anhängen, je nach dem Grad ihrer Schutzbedürftigkeit. In jedem Anhang gelten unterschiedliche Handelsbeschränkungen: vom Handel mit entsprechenden Genehmigungen bis zum weitgehenden Handelsverbot.

EG-Artenschutzverordnung

In der Europäischen Union wird das Washingtoner Artenschutzübereinkommen einheitlich durch die Artenschutzverordnung sowie die dazu erlassene Durchführungsverordnung umgesetzt. Diese Verordnungen regeln sowohl die Ein- und Ausfuhr von Exemplaren in und aus dem Gebiet der Europäischen Gemeinschaft als auch den innergemeinschaftlichen Handel. Die Artenschutzverordnung stellt über CITES hinaus gehende Anforderungen an die Einfuhr.

Flora-Fauna-Habitat (FFH)- und Vogelschutz-Richtlinie

Die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie bildet zusammen mit der Vogelschutz-Richtlinie die zentrale Rechtsgrundlage für den Naturschutz in der Europäischen Union. Aus den Schutzgebieten der beiden Richtlinien wurde Natura 2000, ein EU-weites Netz von Schutzgebieten zum Erhalt der in der EU gefährdeten Lebensräume und Arten errichtet.

Verbraucherinformation

Artenschutz im Alltag

Artenschutz beginnt im Alltag. Was und wie viel wir konsumieren, hat Einfluss auf den Erhalt von Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume: Nachhaltigkeitssiegel wie das FSC- und PEFC-Siegel für Holzprodukte oder das MSC-Siegel für Fischerei gewährleisten, dass die Produkte aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder Fischerei stammen, beziehungsweise ohne Chemie und Gentechnik angebaut wurden. Auch wer beispielsweise beim Putzen sparsam Reiniger einsetzt, beim Waschen auf Weichspüler verzichtet und Waschmittel sparsam dosiert, schont den Lebensraum Gewässer. Wer Produkte ohne oder mit wenig Verpackung kauft, schont natürliche Ressourcen wie etwa Holz. Auch wer das Auto öfter stehen lässt und Energie spart, leistet einen Beitrag zum Artenschutz. Auch Klimaschutz ist Artenschutz, denn der Klimawandel wird in Zukunft eines der größten Probleme für das Überleben vieler Arten sein.

Artenschutz im Urlaub

Auf Reisen locken exotische Souvenirs, die oft aus geschützten Tieren oder Pflanzen hergestellt sind. Wer sie kauft, leistet, wenn auch ungewollt, einen Beitrag zum Artenschwund. Vorsicht auch beim Sammeln von Muscheln, Schnecken oder Pflanzen! Sie könnten geschützt sein. Das Verschwinden jeder einzelnen Art ist ein Schritt hin zum Kippen von Ökosystemen - gefährlich nicht nur für Pflanzen und Tiere, sondern auch für den Menschen.

MPI-Forscher fordern stärkere Rolle der Zoos

Indem sie Tiere bedrohter Populationen züchten, können Zoos einen größeren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.
(ddp direct 18.3.2011) Von etwa sieben Landwirbeltierarten, deren Überleben in freier Wildbahn gefährdet ist, wird eine auch in Gefangenschaft gehalten. Dies und weitere Daten zur Arterhaltung in Zoos oder Aquarien ermittelten jetzt Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Demografische Forschung in Rostock in Zusammenarbeit mit dem International Species Information System (ISIS). Das Forscherteam plädiert im Wissenschaftsjournal Science dafür, gezielte Zuchtprogramme in Gefangenschaft zu etablieren, um den Schutz von Tieren in freier Wildbahn zu ergänzen. Zoos sollten sich dazu in Netzwerken zusammenschließen und als eine Art Lebensversicherung die Tiere so lange beheimaten, bis sie ausgewildert werden können. weiter ...

Biodiversität und Artenschutz