Rote Liste

 

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Rote Listen weltweit

Die "offiziellen" Roten Listen weltweit gefährdeter Arten der IUCN, einschließlich der von BirdLife International erarbeiteten "Threatened Birds of the World". Mit Datenbanksuche. (englisch)

Rote Listen Deutschland

Rote Listen gefährdeter Biotoptypen, Tier- und Pflanzenarten sowie der Pflanzengesellschaften auf der Homepage des Bundesamtes für Naturschutz.

Rote Listen Deutschland

Online-Datenbank (abgespeckte Version der CD-ROM des Verlags interaktive Medien).

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BfN stellt neue Rote Liste vor

Rote Liste

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Inventur der Biodiversität in Deutschland geht weiter: BfN stellt neue Rote Liste der wirbellosen Tiere Deutschlands vor

Wichtige Bestäuber-Arten wie Wildbienen gehen weiter zurück

Erstmals Rote Listen für Zünslerfalter und Raubfliegen vorgelegt

Cover der Roten Liste Band 3

Bonn, 2. August 2012: Die Botschaft der aktuell vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) neu aufgelegten Roten Liste der wirbellosen Tiere ist leider eindeutig: "Der Rückgang vieler Arten überwiegt die Zunahme einiger weniger Arten deutlich", fasste BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel die Kernaussage dieser Roten Liste zusammen.

"Mit der nun vorgelegten Bilanz ist die Inventur der Biodiversität in Deutschland ein ganzes Stück weitergekommen" sagte Jessel. Die aktuelle Roten Liste lenkt den Blick auf einige sonst wenig beachtete Artengruppen, die jedoch wichtige Funktionen in den Ökosystemen erfüllen: Etwa die für die Bestäubung wildlebender Pflanzen entscheidenden Wildbienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Wespen oder auch weitere Hautflügler wie die Ameisen, die die Stoff- und Energieflüsse der Ökosysteme stark beeinflussen.

In dem neu erschienenen Band werden alle in Deutschland lebenden wirbellosen Arten von insgesamt 17 Tiergruppen aufgelistet. Sie bieten eine vollständige Übersicht über die Vielfalt dieser Gruppen. Zentrales Element der Roten Liste sind die Ergebnisse der Gefährdungsanalysen für fast 6.000 Arten. Das sind 12,5 Prozent der gesamten deutschen Fauna. Insgesamt stehen davon 2.704 Arten auf der aktuellen Roten Liste, sind also bestandsgefährdet, extrem selten oder bereits ausgestorben oder verschollen. Das entspricht 45,8 Prozent aller untersuchten wirbellosen Arten. Bei der Roten Liste von 1998 lag dieser Wert für die entsprechenden Artengruppen noch bei 38,3 Prozent.

Bei den meisten der hier untersuchten Gruppen liegt der Anteil der Rote-Liste-Arten bei über 40 Prozent. Mit 68,6 Prozent am höchsten ist der Anteil bei den Langbein-, Tanz- und Rennraubfliegen (Empidoidea), von denen einige Arten als Gegenspieler von Borkenkäfern oder von landwirtschaftlich schädlichen Insektengruppen für den Menschen auch wirtschaftlich interessant sind. Auch die Wildbienen weisen mit 52,2 Prozent der einheimischen Arten überdurchschnittlich viele Rote-Liste-Arten auf. "Die Vielfalt der Hauptbestäuber-Gruppe der heimischen Fauna ist also erheblich bedroht. Intensive Grünland- und Ackernutzung in den letzten Jahrzehnten gehören zu den bedeutendsten Gefährdungsfaktoren für diese Tiergruppe", sagte Beate Jessel. Besonders dramatisch stellt sich die Situation bei den Ameisen dar, bei denen in den letzten 25 Jahren fast 92 Prozent der Arten einen negativen Trend aufweisen.

Zum ersten Mal wurden in Deutschland auch Rote Listen für Zünslerfalter und Raubfliegen erstellt. Der Anteil gefährdeter Arten ist bei diesen Artengruppen ähnlich hoch wie bei den übrigen Wirbellosenarten, die in diesem Band betrachtet werden. Die Rote Liste der Langbein-, Tanz- und Rennraubfliegen (Empidoidea) wurde um etwa 600 landlebende Arten wesentlich erweitert.

Hintergrund

Die Roten Listen beschreiben die Gefährdungssituation der Tier-, Pflanzen- und Pilzarten und stellen mit ihren Gesamtartenlisten eine Inventur der Artenvielfalt dar. Sie werden etwa alle zehn Jahre unter Federführung des Bundesamtes für Naturschutz für ganz Deutschland herausgegeben. Die neueste Rote Liste ist Band 3 des auf sieben Bände angelegten Gesamtwerkes. Die hiermit vorgelegten Listen sind das Ergebnis eines langjährigen Prozesses, bei dem die Kenntnisse von mehr als 125 ehrenamtlich Mitwirkenden zu den jeweiligen Arten oder Unterarten für Deutschland zusammengetragen, analysiert und aufbereitet wurden. "Auch die Erstellung dieser Roten Liste wäre ohne ein außergewöhnliches Maß an Engagement und Kompetenz der Autorinnen und Autoren nicht möglich gewesen", betonte Beate Jessel. Die Roten Listen weiterer Tiergruppen wie beispielsweise der Käfer folgen zu einem späteren Zeitpunkt in einem zweiten Teil der Roten Liste der wirbellosen Tiere.

Zu dieser Pressemitteilung steht ein Hintergrundpapier unter www.bfn.de/0405_hintergrundinfo.html zur Verfügung.

Bezugshinweis:

Das Werk ist im Landwirtschaftsverlag in der BfN-Schriftenreihe "Naturschutz und Biologische Vielfalt" unter dem Titel: Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). Naturschutz und Biologische Vielfalt Heft 70 (3) erschienen.

Bezug über:

BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag

48084 Münster

Tel.: 02501/801-300

Fax: 02501/801-351

oder im Internet: www.lv-h.de/bfn

www.bfn.de/0322_veroe.html

 

Artenschwund bedroht Existenz vieler Menschen

Foto: © David Lawson / WWF UK

Foto: © David Lawson / WWF UK

Es ist ein Weckruf an die Teilnehmer des Uno-Gipfels Rio+20: Kurz vor dem Start der Konferenz haben Umweltschützer die Rote Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten vorgelegt. Um jede dritte Art steht es schlecht. Das gefährdet auch die Lebensgrundlage zahlreicher Menschen.

Rio de Janeiro - Trotz aller Schutzbemühungen nimmt die Zahl der bedrohten Tiere und Pflanzen zu. Von den knapp 64.000 untersuchten Tier- und Pflanzenarten seien fast 20.000 vom Aussterben bedroht, berichtete die Weltnaturschutzunion International Union for Conservation of Nature (IUCN) am Dienstag in Rio de Janeiro. Die jüngste Rote Liste sei ein Weckruf an die Politiker, die sich am Mittwoch zum dreitägigen Uno-Gipfel für Nachhaltigkeit in der brasilianischen Stadt treffen, heißt es.

Das rasche Absinken der Zahl der Tier- und Pflanzenarten könne die Quellen für Nahrung, Medikamente und sauberes Wasser ebenso gefährden wie die Existenzgrundlage von Millionen Menschen, warnen die Verfasser. "Nachhaltigkeit ist eine Frage von Leben und Tod für die Menschen auf unserem Planeten", sagte IUCN-Chefin Julia Marton-Lefèvre. "Eine nachhaltige Zukunft kann nicht erreicht werden, ohne die Artenvielfalt zu erhalten - die Tier- und Pflanzenarten, ihre Lebensräume und ihre Gene." Das gelte nicht nur für die Natur selbst, sondern auch für die sieben Milliarden Menschen, die davon abhängig sind.

Nach jüngster Zählung sind 41 Prozent der Amphibien bedroht sowie 33 Prozent der riffbildenden Korallen, 25 Prozent der Säugetiere, 13 Prozent der Vögel und eine von fünf Pflanzenarten. Deren Verschwinden birgt Risiken für die Menschen. Selbst in Hochtechnologie-Ländern wie den USA haben der IUCN zufolge die Hälfte der 100 meistverschriebenen Medikamente ihren Ursprung in wilden Pflanzen oder Tieren.

 

Rote Liste gefährdeter Arten

Als Rote Liste gefährdeter Arten bezeichnet man sowohl die von der Weltnaturschutzunion International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) seit 1966 jährlich veröffentlichte Liste (u. a. im Internet einzusehen) weltweit gefährdeter Tier- und Pflanzen-Arten als auch die von einzelnen Staaten und Bundesländern herausgegebenen entsprechenden Listen.

Große Verluste werden folgend erst dann deutlich und in den Listen aufgenommen, wenn diese sehr massiv sind. Die Information, wenn es zu starken Veränderungen bei Abundanzen häufigerer Arten kommt, wird nicht geliefert, bleibt oftmals unbemerkt. Neben den Roten Listen gibt es seit 1998 auch eine Blaue Liste der erfolgreich erhaltenen oder geförderten Tier- und Pflanzenarten; diese enthält von der Roten Liste entfernte Arten.

Rote-Liste-Kategorien

Die Gefährdung von Arten wird durch die Einstufung in Rote-Liste-Kategorien wiedergegeben. Dabei bedeuten (nach der Roten Liste gefährdeter Pflanzen Deutschlands des Bundesamtes für Naturschutz 1996):

0: ausgestorben oder verschollen
1: vom Aussterben bedroht
2: stark gefährdet
3: gefährdet
4: potenziell gefährdet (nur bei Roten Listen der Länder; soll künftig durch R ersetzt werden)
R: extrem selten (entspricht 4 bei den Roten Listen der Länder; siehe oben)
G: Gefährdung anzunehmen
D: Daten mangelhaft
V: Vorwarnliste (noch ungefährdet, verschiedene Faktoren könnten eine Gefährdung in den nächsten zehn Jahren herbeiführen)
+: regional stärker gefährdet
-: regional schwächer gefährdet

Rote Listen online

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