Mondberge-Artenschutz-Kalender 2015

Artenschutzkalender

Alle Erlöse fließen in ausgewählte Artenschutzprojekte
Auch 2015 wird es den exklusiven Mondberge-Artenschutz-Kalender wieder mit beeindruckenden Aufnahmen bedrohter Tierarten geben. Traditionell fließen absolut alle Erlöse dieses limitierten Wandkalenders in ausgewählte Artenschutzprojekte.

Renommierte Naturfotografen haben sich auch bei der inzwischen schon vierten Auflage des Artenschutz-Kalenders bereit erklärt, ihre hochkarätige Aufnahmen bedrohter Tierarten für diesen Kalender zur Verfügung zu stellen. Jeder Monat zeigt eine andere bedrohte Tierart. Diese Fotos werden wie bereits in den Jahren zuvor durch eine exzellente Drucktechnik zu Papier gebracht und teilweise mit hochwertigen Veredelungen aufgewertet. Die Wandkalender 2012 bis 2014 haben mit diesem Konzept bereits mehrere Preise gewonnen. U. a. waren die Artenschutz-Kalender 2013 und 2014 beim renommierten „gregor kalender award“ unter den Nominierten.

Schirmherr des Mondberge-Artenschutz-Kalenders 2015 ist wie bereits in den vergangenen Jahren, Hannes Jaenicke. In seinem Grußwort würdigt der Schauspieler und Umweltaktivist das Engagement der Fotografen und Sponsoren dieses Kalenders und weist daraufhin, dass die mehr als 50.000 Euro aus dem Verkauf der ersten drei Kalender als ein erster kleiner Schritt in Schutzprojekte für bedrohte Berggorillas, Schweinswale, Geparden und Elefanten geflossen sind.
Neu beim Artenschutz-Kalender 2015 ist das Format der Fotos. Mit 60x40cm entspricht es einer gängigen Bilderrahmengröße. Die einzelnen Blätter, die mittels Perforation an einer neuen, schicken und besonders nachhaltigen Halterung aus Bambusholz befestigt sind, können problemlos abgenommen werden. So kann man sich auch nach Ablauf des Jahres noch an den Lieblingsaufnahmen erfreuen.

Ebenfalls neu für 2015 ist die in den Kalender integrierte, mit einem Baumwollfaden genähte Broschüre. Sie enthält Informationen zur Tierart, zum Fotografen und eine „Making-of-Story“ des jeweiligen Bildes.
Der Mondberge-Artenschutz-Kalender 2015 kann bereits jetzt direkt beim Verlag TiPP 4 vorbestellt werden. Er wird dann zum Erscheinungstermin am 19.09.2014 ausgeliefert.

Der offizielle Verkaufspreis beträgt 79,90 Euro. Für Unternehmen eignet sich der Kalender als hochwertiges Charity-Geschenk für Kunden und Mitarbeiter – bereits ab 10 Exemplaren bietet der Verlag besondere Konditionen und individuelle Möglichkeiten den Kalender zu gestalten.

Mondberge-Artenschutz-Kalender 2015
Einzigartige und nachhaltige Halterung aus Bambusholz - Zweisprachig deutsch und englisch

 

Neues Projekt:

Schulwandern

Schulwandern

„Schulwandern“ soll Kinder für biologische Vielfalt begeistern

Das Wandern in der Natur soll an den Schulen wieder auf die Tagesordnung kommen und Schüler wie Lehrer für biologische Vielfalt sensibilisieren.
Das ist das Ziel eines neuen Projekts im Bundesprogramm Biologische Vielfalt, das vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Grundschulen können sich bis zum 20. März dafür bewerben.

Das dreijährige Projekt „Schulwandern – Draußen erleben. Vielfalt entdecken. Menschen bewegen“ soll das Konzept der „Draußenschule“ an drei Grundschulen modellhaft erproben. Einen Tag in der Woche werden die Schüler draußen sein und die biologische Vielfalt direkt erkunden.

„Ich hoffe, dass die Idee der Draußenschule über das Projekt hinaus viele Nachahmer findet. Das wäre nicht nur für die Kinder ein Gewinn, sondern auch für die biologische Vielfalt. Denn wer schon als Schüler die Vielfalt der Natur bewusst erlebt, wird auch auf Dauer respektvoll mit der Natur umgehen“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

„Die Schüler können so ihre natürliche Umgebung im Jahresverlauf bewusst wahrnehmen und erfahren die Zusammenhänge, Einflüsse und Abhängigkeiten sowie die Vielfalt in der Natur“, sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel.

Das Bundesumweltministerium stellt aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt rund 750.000 Euro zur Verfügung. Das Bundesamt für Naturschutz begleitet das Naturschutzprojekt als Bewilligungsbehörde fachlich.
Fachlich und wissenschaftlich begleitet werden die Modellschulen von den Projektträgern, dem Deutschen Wanderverband (DWV) und der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Für das Projekt suchen der DWV und die Johannes-Gutenberg-Universität bundesweit drei Grundschulen in staatlicher Trägerschaft. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 20. März. Anhand der drei ausgewählten Grundschulen aus verschiedenen Bundesländern wird nach und nach ein Modellkonzept mit Handlungsanregungen und Bildungsmaterial auch für andere Schulen in Deutschland entwickelt. Gute Erfahrungen mit diesem Konzept gibt es bereits in den skandinavischen Ländern, wo die „Uteskole“ schon seit Jahren etabliert ist.

Parallel zu den „Draußenschulen“ bietet der Deutsche Wanderverband in den Jahren 2014 bis 2016 „Schulwandertage zur biologischen Vielfalt“ an. Alle Schulen, die beim vom Bundesamt für Naturschutz jährlich durchgeführten Wandertag zur biologischen Vielfalt mitmachen, erhalten ein umfangreiches Starterset mit Infomaterialien, Flyern, Postern, Broschüren und einer speziellen Smartphone-App zum Thema. Außerdem können Schulen, die einen entsprechenden Wandertag anbieten, an einem Wettbewerb teilnehmen und so nicht nur Pate stehen für weitere Schulwanderungen sondern auch noch attraktive Preise gewinnen.

Weitere Informationen zum Projekt: www.schulwandern.de

Hintergrund
Das Bundesprogramm "Biologische Vielfalt"
Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 mit dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt.
Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und
mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Informationen und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.
Weitere Informationen zum Bundesprogramm:
www.biologischevielfalt.de/bundesprogramm

 

Artenschutz/Wilderei

Berlin, 13. Februar 2014
Weltweiter Kampf gegen Wilderei auf bedrohte Arten

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat ein stärkeres Engagement Deutschlands im Kampf gegen illegalen Wildtierhandel angekündigt. „Wir dürfen nicht zulassen, dass kommende Generationen Elefanten, Tiger und Nashörner nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen“, sagte sie auf einer von der britischen Regierung ausgerichteten Artenschutz-Konferenz in London. An dem Gipfel, der auf eine Initiative von Prinz Charles und Prinz William zurückgeht, nehmen Präsidenten, Minister und hochrangige Delegierte aus allen Teilen der Welt teil.

„Die Wilderei hat in vielen Regionen der Welt ein Ausmaß angenommen, das einem Ausverkauf der Natur gleichkommt“, sagte Hendricks. Der illegale Wildtierhandel bedeute zugleich „eine Katastrophe für die Menschen in den betroffenen Regionen“. International agierende kriminelle Kartelle und terroristische Organisationen konzentrieren sich zunehmend auf diesen lukrativen Sektor. Dies führt zu gravierenden Sicherheitsproblemen und einem Anstieg von Korruption und Armut.

Die Londoner Konferenz bringt von Wilderei betroffene Staaten in Afrika und Lateinamerika zusammen mit Transit- und Zielländern in Asien, in denen es eine wachsende Nachfrage nach Wildtierprodukten wie Elfenbein gibt. Neben Deutschland und Großbritannien sind auch andere westliche Partner wie die USA und Frankreich vertreten.

Grundlage der Verhandlungen in London ist eine Deklaration, in der das gemeinsame Vorgehen festgelegt wird. So sollen unter anderem diese Delikte weltweit als schwere Kriminalität verstanden werden, um die Verfolgung von Wilderern in den Heimatländern der Wildtiere und die Zerschlagung krimineller Strukturen weltweit effizient zu ermöglichen. Zugleich soll die unter der Wildereikrise leidende lokale Bevölkerung gezielt unterstützt und als Partner für den Artenschutz gewonnen werden. Die Zielländer sollen die Nachfrage nach illegalen Wildtierprodukten deutlich senken.

„Die Konferenz ist ein großer Fortschritt im internationalen Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel“, sagte Hendricks. „Wir werden unser Engagement nicht nur fortführen, sondern auch verstärken.“

Die Bundesregierung hilft zum Beispiel bei der Ausbildung von Wildhütern und beim Schutzgebietsmanagement in Afrika. Auch Maßnahmen zur Unterstützung von Zollbehörden und Kampagnen zur Nachfragereduzierung werden gefördert. Im Dezember 2013 fand eine internationale Konferenz zum Schutz des Afrikanischen Elefanten in Gaborone/Botswana statt, die vom Bundesumweltministerium initiiert und unterstützt wurde. Die Ergebnisse dieser Konferenz fließen nun auch in den Londoner Gipfel mit ein.

Deutliche Unterstützung erfährt auch eine Initiative im Rahmen der Vereinten Nationen in New York: Eine Freundesgruppe unter Führung von Deutschland und Gabun soll dort auf Botschafterebene den Kampf der internationalen Gemeinschaft gegen den illegalen Wildtierhandel vorantreiben.

300 Jahre Forstwirtschaft in Deutschland

300 Jahre Forstwirtschaft in Deutschland

Hans Carl von Carlowitz

Hans Carl von Carlowitz

Wir auch – seit 300 Jahren!

November 2013
„Nachhaltigkeit“ ist in aller Munde. Kaum ein anderes Schlagwort findet sich häufiger in Medien. Und kein zweiter Begriff ist derart mit dem positiven Glauben an die Gestaltbarkeit der Zukunft verbunden. Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist seit Anfang der 90er Jahre zum Leitbild unserer gesamten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung geworden – und ist dabei doch schon viel, viel älter.

Genau 300 Jahre ist es her, dass der sächsische Berghauptmann Hans Carl von Carlowitz das Prinzip des „nachhaltenden“ Umgangs mit Ressourcen am Beispiel der Wälder beschrieb. Es findet sich im ersten grundlegenden Lehrbuch der deutschen Forstwissenschaft, der „Sylvicultura oeconomica“, das 1713 auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt wurde.

 

Nachhaltigkeit ist wichtig für unseren Wald

Von diesem denkwürdigen Tag an veränderte das Werk mit dem Untertitel „Hauswirthliche Nachricht und Naturgemäße Anweisung zur Wilden Baumzucht“ zunächst die deutsche und später auch die internationale Forstwirtschaft. Wälder sollten nicht, wie es bis dato überwiegend üblich war, ganz nach Bedarf genutzt, sondern auf nachhaltige Art und Weise bewirtschaftet werden: Dem Wald sollte künftig maximal so viel Holz entnommen werden, wie durch forstliches Lenken und natürliches Wachstum wieder neu entsteht.

Dies ist natürlich nur eine stark verkürzte und vereinfachte Formel, denn aus den Gedanken des Sachsens Carlowitz für einen schonenden Umgang mit der gütigen Natur aus Verantwortung für künftige Generationen ist heute in und außerhalb der Waldbewirtschaftung eine – wortwörtliche – Wissenschaft für sich erwachsen.

Kaum ein in Deutschland entstandenes Prinzip sollte im Laufe der Jahrhunderte weltweit so viel Beachtung finden wie das der Nachhaltigkeit. Aber erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich der Begriff allmählich von seinem forstlichen Hintergrund gelöst und Konjunktur in fast allen Bereichen des Denkens, Lebens und Wirtschaftens gefunden. So sehr, dass heutzutage viele Menschen das Leitmotiv der Nachhaltigkeit (engl. sustainability) vielen anderen Wurzeln zuordnen, aber nicht der frühen Forstwirtschaft, aus der es von den Vereinten Nationen Ende des vergangenen Jahrhunderts (Brundtland-Bericht 1987, Rio-Konferenz UNCED 1992) entlehnt wurde.

Veranstaltungen erinnern an die Wiege der Nachhaltigkeit
„Wir Forstleute können selbstbewusst von uns behaupten, dass unsere Branche seit Generationen die Nachhaltigkeit lebt und längst handelt, während andere noch reden“, zeigt sich Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftrates (DFWR), stolz auf das 300. Jubiläum der Begriffsfindung durch Carlowitz. Mit vielfältigen Veranstaltungen und Maßnahmen wird die deutsche Forstwirtschaft 2013 den Menschen den Ursprung der Nachhaltigkeit sowie die Bedeutung von Wald und Holz und der Arbeit der Forstleute näher bringen. Waldbesitzer und Förster laden die Menschen ein, den Wald, den verantwortungsvollen Umgang mit ihm und die Vorteile der Holzverwendung neu zu entdecken. Dabei wird mancher überrascht sein, wie viele elementare Lebensbedürfnisse die 11,1 Millionen Hektar Wald in Deutschland zum Wohle aller sicherstellen und wie viele neue Anforderungen die Gesellschaft immer wieder an den Natur-, Wirtschafts-, Erholungs- und Freizeitraum stellt.

Das Jubiläumsjahr
Eine zentrale Veranstaltung fand zur Leipziger Buchmesse 2013 statt. Es lockte eine historische Lesung ins Naturkundemuseum, und Professor Klaus Töpfer stellte eine Neuausgabe der „Sylvicultura oeconomica“ vor. Am 13. März lockt eine Historische Lesung ins Naturkundemuseum und am Folgetag wird Professor Klaus Töpfer eine Neuausgabe der „Sylvicultura oeconomica“ im Literaturforum vorstellen.

Im weiteren Jahresverlauf machen Ringvorlesungen an vielen deutschen Universitäten auf das Jubiläum aufmerksam. In Nachhaltigkeitswettbewerben können Studierende, Meisterschüler und „Computerfreaks“ ihre Kreativität zum Thema ausleben. Für Naturliebhaber gibt es eine Vielzahl an Erlebniswanderungen auf Prädikatswanderwegen sowie unterschiedliche Informations- und Erlebnisangebote. Die Gerolsteiner Brunnen konnten als Kooperationspartner gewonnen werden und mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) wird es eine gemeinsame Fachveranstaltung zum Thema geben. Auf der Abschlussveranstaltung im November wird an die Gewinner der Wettbewerbe der „Nachhaltigkeitspreis der Forstwirtschaft“ verliehen. Informationen zum Jubiläumsjahr unter: www.forstwirtschaft-in-deutschland.de

22.05.2013 Artenvielfalt in Deutschland
Bonn - In Deutschland kommen nach derzeitigem Kenntnisstand ca. 48.000 Tier-, ca. 10.300 Pflanzen- und ca. 14.400 Pilzarten vor.

Diese biologische Vielfalt gelte es für die nachfolgenden Generationen zu bewahren. Denn die biologische Vielfalt ist wesentlicher Bestandteil unserer Lebensgrundlagen erklärt anlässlich des heutigen internationalen UN-Tag der biologischen Vielfalt, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Beate Jessel.

Beispielsweise sind in mehr als 50 % unserer Arzneimittel Inhaltsstoffe aus der Natur enthalten. Eine besondere weltweite Verantwortung hat Deutschland für solche Arten, die nur hier vorkommen, von denen ein hoher Anteil der Weltpopulation hier beheimatet ist bzw. - bei wandernden Tierarten - rastet oder überwintert, oder die weltweit oder zumindest in Europa gefährdet sind.

Eine solche besondere Verantwortung besteht z.B. für 259 (6,3 Prozent) der in Deutschland vorkommenden Farn- und Blütenpflanzenarten, wie etwa Arnika, Pfingstnelke, breitblättriges Knabenkraut oder Bayerisches Löffelkraut.

Artenreichtum weltweit

Weltweit sind ca. 1,37 Mio. Tier-, ca. 340.000 Pflanzen- und ca. 100.000 Pilzarten beschrieben, wobei davon auszugehen ist, dass es noch viele bisher unbekannte Arten gibt.

Nach der aktuellen Gefährdungseinstufung im Rahmen der Roten Listen werden in Deutschland insgesamt 207 Arten und Unterarten (Taxa) der Wirbeltiere (ohne Fische und Rundmäuler des Meeres) in den verschiedenen Gefährdungskategorien der Roten Liste (einschließlich extrem seltener und ausgestorbener und verschollener Arten) aufgeführt. Das entspricht mit 43 % knapp der Hälfte aller bewerteten Wirbeltiere. Fast 28 % (128 Taxa) sind dabei aktuell bestandsgefährdet; 7 % (37 Arten) bereits ausgestorben und verschollen.

Die Kriechtiere (13 Taxa) sind mit über 60 % bestandsgefährdeten Taxa die am stärksten gefährdete Wirbeltiergruppe. Die anderen, artenreicheren Wirbeltiergruppen weisen alle unter 40 % bestandsgefährdete Taxa auf.

Trotz des nach wie vor hohen Anteils gefährdeter Arten lassen sich in bestimmten Fällen auch Erfolge für den Naturschutz konstatierten. So dokumentieren die aktuellen positiven Bestandsentwicklungen von Fischotter, Wolf und Biber, dass Artenschutzmaßnahmen des amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes eine positive Wirkung zeigen können. Auch für verschiedene gefährdete Vogelarten zeigen Ergebnisse des bundesweiten Vogelmonitorings, dass sie von speziellen Schutzmaßnahmen an ihren Niststätten profitiert haben, z.B. Schwarzstorch, Kranich, Wiesenweihe oder Großtrappe.

Demgegenüber ist die Bestandssituation zahlreicher bodenbrütender Vogelarten der Agrarlandschaft wie Feldlerche, Kiebitz oder Wiesenpieper nach wie vor ungünstig. Dieser besorgniserregende Trend mit zum Teil dramatischen Bestandsrückgängen wird nach aktuellen Erhebungen von Birdlife International auch europaweit bestätigt; seine Ursachen werden vor allem in der Intensivierung der Landwirtschaft gesehen. (bfn)

Aigner fordert optimalen Schutz der Artenvielfalt

06.05.2013

Schutz der Artenvielfalt und alter Sorten
Berlin - Die EU-Kommission hat am Montag in Brüssel ihren Vorschlag zur Änderung des EU-Saatgutrechts vorgelegt.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner mahnte in einer ersten Stellungnahme Vereinfachungen für kleine landwirtschaftliche Betriebe an: „Die Kommis­sion hat bereits wichtige Positionen aus Deutschland in ihrem Vorschlag berücksichtigt, das ist ein gutes Signal.

Ziel der geplanten Novelle muss es sein, die Artenvielfalt in ganz Europa zu schützen und seltene Obst- und Gemüsesorten zu erhalten. Ich werde mich in der weiteren Diskussion dafür einsetzen, dass Hobbygärtner von den Regelungen ausgenommen bleiben und es auch für Kleinbetriebe Ausnahmen gibt. Wir brauchen mehr Schutz für seltene Sorten, aber bestimmt nicht mehr Bürokratie für die Betriebe.“

Für Privatpersonen, also etwa Hobby- und Kleingärtner, wird sich laut einer entsprechenden Klarstellung der EU-Kommission nichts ändern, da sie von den Regelungen weiterhin nicht betroffen sein sollen, heißt es. Diese wichtige Klarstellung begrüßt das Bundeslandwirtschaftsministerium ausdrücklich. Ministerin Aigner hatte im Rahmen der aktuellen Diskussion mehrfach deutlich gemacht, dass Gärtner und Züchter, die das Artenreichtum und die Sortenvielfalt erhalten, auch künftig ohne Einschränkung anbauen können müssen.

„Aus deutscher Sicht ist es besonders wichtig, den bereits in den EU-Mitgliedstaaten eingeführten vereinfachten Marktzugang für Saat- und Vermehrungsgut alter land­wirtschaftlicher Sorten wie auch von Obst und Gemüse weiter zu entbürokratisieren“, erklärte Bundesministerin Aigner. „Wir müssen alte Sorten erhalten und die biologische Vielfalt schützen. Das ist und bleibt ein wichtiges Ziel.

Deutschland wird sich dafür in dem jetzt anlaufenden Abstimmungsprozess in den zuständigen EU-Ratsgremien und im Europäischen Parlament weiterhin mit großem Nachdruck einsetzen.“ Aber auch für weitergehende Änderungen, die es beispielsweise ermöglichen, genetisch breiter angelegte Pflanzensorten aus ökologischen Zuchtprogrammen für dieses wachsende Marktsegment verfügbar zu machen, werde die Bundesregierung eintreten. (bmelv)

Hintergrundinformationen:

Das Saatgutrecht regelt die Vermarktung von Saatgut zu gewerblichen Zwecken. Solche Verbraucherschutzregelungen sind für Landwirte und Gartenbauer entscheidend, denn sie brauchen qualitativ hochwertiges Saatgut von leistungsfähigen Pflanzen­sorten für einen erfolgreichen Anbau.

Für private Verbraucher wie auch für Großabnehmer ist es wichtig, die richtige Sorte für den jeweiligen Verwen­dungszweck (z.B. Erzeugung von Backweizen oder Weizen für Futterzecke) zu finden und sie müssen sicher sein, dass die erforderlichen Qualitätsparameter des Saatgutes (z.B. aus­reichende Keimfähigkeit oder Schädlingsfreiheit) erfüllt sind. Bei der in Brüssel zur Zeit in Diskussion stehenden saatgutrechtlichen Regelung geht es um die Anpassung der seit den 1960-er Jahren be­stehenden Vorschriften an neuere Erkenntnisse und Entwicklungen im Bereich der Saatgutwirtschaft.

Grundlage des Kommissionsvorschlages ist eine in den letzten Jahren durchgeführte Evaluierung zur Vereinfachung und Entbürokratisierung der geltenden Saatgutvorschriften. Davon können letzten Endes alle Seiten profitieren, denn ein­fachere, kostengünstigere Verfahren tragen dazu bei, dass qualitativ hochwertiges Saatgut von Pflanzensorten schneller und zu einem vertretbaren Preis beim Saatgutverbraucher ankommt.

NABU ruft „Tag des Wolfes“ aus

Was Wölfe fressen

Was Wölfe fressen

29.04.13, Die einen freuen sich auf die Wiederkehr des Wolfes, die anderen wollen Jagd auf ihn machen. Biber, Luchs, Bär und Wolf leben im Spannungsfeld zwischen Naturverbundenheit und Sorge um die landwirtschaftlichen Nutztiere. Die Politik versucht mit Aufklärung und Managementplänen dem mystischen Wolf auf die Basis einer sachliche Auseinandersetzung zu stellen. In Mecklenburg-Vorpommern wird beispielsweise darüber diskutiert, ob in dem Flächenland noch nur vier oder mittlerweile schon gar fünf Wölfe zu Hause sind.

Hilfe kommt vom NABU, der den 30. April erstmals zum „Tag des Wolfes“ macht. Unter dem Motto „Rotkäppchen lügt!“ gibt es bundesweit zahlreiche Aktionen, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit für den Schutz der Tiere zu stärken. Im Fokus der Kritik steht Sachsen. Die Ende 2012 verabschiedete neue Jagdverordnung sieht mittlerweile auch eine Jagd auf Canis lupus vor.

„Seit über zehn Jahren leben wieder Wölfe bei uns in der freien Natur und immer noch gibt es unbe-gründete Bedenken gegen die selbst-ständige Rückkehr des einst durch den Menschen ausgerotteten Wildtieres. Wie Fuchs, Wildschwein und Wespe müssen wir auch den Wolf als Wildtier respektieren. Von Wölfen geht dabei deutlich weniger Gefahr aus, als beispielsweise von Wildschweinen. Seit ihrer Rückkehr ist kein Wolfsangriff auf einen Menschen in unseren Wolfsregionen bekannt“, begründet NABU-Präsident Olaf Tschimpke die Einführung des Wolfstages.
roRo; Grafik: NABU

 

Tendenz positiv - zusätzliche Anstrengungen nötig

Berlin, 24.04.2013
Kabinett beschließt Rechenschaftsbericht zur biologischen Vielfalt

Das Bundeskabinett hat heute auf Vorschlag von Bundesumweltminister Peter Altmaier den ersten Rechenschaftsbericht zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt beschlossen. Die Tendenz ist positiv, aber es sind zusätzliche Anstrengungen nötig. In vielen Bereichen, beispielsweise bei der Verminderung der Flächenversiegelung, der Reduzierung der Stickstoffüberschüsse der Landwirtschaft oder der nachhaltigen Forstwirtschaft bewegen wir uns in die richtige Richtung.

Eine zentrale Herausforderung bleibt es weiterhin, trotz erzielter Teilerfolge, den Rückgang der Vielfalt wildlebender Arten aufzuhalten. Eine neue Herausforderung für die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt ist die von der Bundesregierung mit Nachdruck verfolgte Energiewende. Es wird eine wesentliche Aufgabe der nächsten Jahre sein, den Anteil der erneuerbaren Energien, zu steigern, was für sich genommen bereits einen eigenständigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt darstellt, und zugleich dafür zu sorgen, dass deren Erzeugung und Nutzung nicht zu Lasten der biologischen Vielfalt geht.

Diese Erfolgskontrolle ist in der im Jahr 2007 beschlossenen Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt einmal pro Legislaturperiode vorgesehen. Die Strategie enthält über 300 Ziele und über 400 Maßnahmen, die der Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland sowie weltweit dienen sollen. Der Rechenschaftsbericht selbst legt dar, wie weit wir auf dem Weg zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt gekommen sind und wo weiterer Handlungsbedarf besteht. Dabei wird besonderes Augenmerk auf rund 50 ausgewählter Ziele der Strategie gelegt sowie eine zusammenfassende Erfolgskontrolle vorgenommen.

Deutschland setzt strengen Schutz von Haien durch

Artenschutz/Haie
15.03.2013

Auf Initiative Deutschlands hat die 16. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (nach seiner englischen Bezeichnung auch CITES genannt) einen strengen Schutz von Haien beschlossen. Die Konferenz nahm den nahezu vom Aussterben bedrohten Heringshai in Anhang II auf. Damit darf nach einer Übergangsfrist von 18 Monaten diese Art international nur noch gehandelt werden, wenn nachgewiesen wird, dass der Fang den jeweiligen Populationen nicht schadet. Der Heringshai war eine im letzten Jahrhundert vor der deutschen Nordseeküste häufig vorkommende Haiart, die durch Überfischung nahezu ausgerottet wurde; heute besteht in den europäischen Gewässern ein striktes Fangverbot.

Deutschland hatte den Antrag zum Heringshai bereits bei der vorangegangenen Vertragsstaatenkonferenz eingereicht, die erforderliche Mehrheit war denkbar knapp verfehlt worden. Zur Vorbereitung der Entscheidungen der jetzigen UN-Konferenz in Bangkok hatte das Bundesumweltministerium eine strategische Partnerschaft mit anderen Staaten initiiert, die ebenfalls für einen stärkeren Haischutz eintreten. Dazu zählen die USA, Brasilien und Kolumbien. In Bangkok wurden auch Anträge zur Listung von Hammerhaien sowie des Weißspitzenhochseehais mehrheitlich angenommen. Mit den Beschlüssen zu den Haien fallen erstmalig kommerziell genutzte Fischarten unter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen. Haie sind in vielen Weltmeeren weiterhin völlig ungeschützt den riesigen Fangflotten großer Fischereinationen ausgeliefert.

Weiterer Schwerpunkt der Konferenz war die Sorge um den afrikanischem Elefanten und das Nashorn. Beide sind Opfer der in Afrika grassierenden Wilderei. Seit einigen Jahren sind die afrikanischen Länder mit einem Abschlachten von Elefanten und Nashorn wegen des Elfenbeins und des Nashornhorns konfrontiert. Mittlerweile sind militärisch ausgerüstete, international operierende Banden in das organisierte Töten involviert.
Diese Wilderei war auch auf der Konferenz ein beherrschendes Thema. Um dieses Problem zu bekämpfen, wurde eine Task Force gegründet, die sich aus dem CITES-Sekretariat, Interpol und weiteren Experten der Strafverfolgung zusammensetzt. Diese Task Force soll intensiv mit den Staaten zusammenarbeiten, die in besonderer Weise von der Wilderei und dem illegalen Elfenbeinhandel betroffen sind. Dies sind China, Kenya, Malaysia, die Philippinen, Südafrika, Thailand, Uganda, Tansania und Vietnam. Diese Staaten haben sich bereit erklärt, jeweils kurzfristig einen Aktionsplan aufzustellen, der einzelne Schritte zur Bekämpfung der Wilderei und des illegalen Elfenbeinhandels beinhaltet. Deutschland ist Mitglied der Task Force.

Auf Initiative des Bundesumweltministeriums will die Weltnaturschutzunion noch in diesem Jahr zu einem hochrangigen internationalen Treffen zum Schutz des afrikanischen Elefanten einladen.

Neben den Haien gibt es viele weitere Arten, die nun auf einen verstärkten Schutz vor übermäßiger Nutzung durch internationalen Handel hoffen können. Dazu gehören etwa viele Schlangen-, Schildkröten- und Wasserschildkrötenarten aus asiatischen Ländern und Nordamerika sowie etwa auch Geckos aus Neuseeland. Auch für gefährdete tropische Hölzer wurde ein strenger Schutz beschlossen, u.a. wurden einige Dutzend wertvolle und seltene Rosen- und Ebenhölzer Madagaskars, Lateinamerikas und Asiens in Anhang II gelistet. Dadurch ist nun nur noch ein Handel möglich, wenn sie aus nachhaltiger Nutzung stammen.
Quelle: BMU

Artenschutzkonferenz schlägt Alarm

Quelle: obs/N24

Quelle: obs/N24

04.03.2013

Artenschutzkonferenz schlägt Alarm gegen illegalen Handel
Bangkok - Das Abschlachten bedrohter Tierarten und die Vernichtung von Tropenwäldern haben beängstigende Ausmaße angenommen. Mit dieser Botschaft schlugen die Auftaktredner bei der Cites-Artenschutzkonferenz in Bangkok am Sonntag Alarm.

«Das Ausmaß hat Krisenproportionen angenommen und ist mit dem globalen Rauschgift - und Waffenhandel vergleichbar», sagte Achim Steiner, Direktor der UN-Umweltprogramms. «Gegen den illegalen Handel vorzugehen ist eine Sache globaler Dringlichkeit», betonte John Scanlon, Chef des Sekretariats des Washingtoner Artenschutzabkommens (Cites).

Betroffen sind unter anderem das Breitmaulnashorn, dessen Horn in Vietnam und China als Wundermittel reißenden Absatz findet, und Elefanten. «In vielen Teilen Afrikas werden jedes Jahr 11 bis 12 Prozent der Bestände wegen des Elfenbeins getötet», sagte Steiner. Oft seien Rebellenarmeen mit Waffen am Werk oder internationale Syndikate mit raffinierten Hightech-Methoden, etwa zum Hacken von Computern um Lizenzen zu fälschen. «Das kann die Stabilität und Wirtschaft der Länder bedrohen», sagte Scanlon. Bis zu 90 Prozent der Abholzung von Tropenwäldern ist nach Angaben von Steiner in den Händen organisierter Banden.

Die 178 Unterzeichnerstaaten des 40 Jahre alten Cites-Abkommens beraten bis zum 14. März, bei welchen Tier- und Pflanzenarten der Handel künftig verboten, eingeschränkt oder gelockert werden soll. Auf den Cites-Schutzlisten stehen rund 35.000 Arten. Bei drei Prozent davon ist der Handel gänzlich verboten. Dazu gehören etwa Tiger, Nashörner und seltene Orchideenarten. Die 2.000 Delegierten müssen über 70 Anträge entscheiden. Die Miss Universe von 2005, Natalie Glebova, posierte im Konferenzzentrum mit Kindern in Elefanten- und Tigerkostümen für einen besseren Schutz der Tiere.

Deutschland setzt sich dafür ein, den Handel mit fünf Hai- und Mantarochen-Arten unter Aufsicht zu stellen. Die Anträge werden unter anderem von Brasilien, den USA und Ägypten unterstützt. «Dieses Treffen könnte endlich die längst überfällige Wende bringen», sagte die deutsche Delegationsleiterin Elsa Nickel. Der Schutz des Heringshais war bei der Cites-Konferenz vor drei Jahren knapp gescheitert. Viele Länder wehren sich gegen Schutzmaßnahmen, denn der Handel mit Wild ist lukrativ.

Haie seien nicht nur wegen der in Asien als Delikatesse geltenden Flossen gefährdet, sagte Hai-Spezialistin Sarah Fowler: «Wir haben die Haie in der nördlichen Hemisphäre schlicht aufgegessen.» Im Mittelmeer lebt nur noch ein Prozent der Heringshai-Bestände der 50er und 60er Jahre, im Nordostatlantik sind es nur noch sechs Prozent. In der EU stehen Heringshaie unter Schutz.

Die USA wollen Eisbären auf die Handelsverbotsliste setzen. Sie werden als Trophäen oder wegen ihrer Felle gejagt. Die Umweltstiftung WWF hält dies für ein Feigenblatt der Amerikaner. «Ein Handelsverbot wird den Eisbären wenig nutzen, es werden nur wenige gejagt», sagte Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. «Die Hauptbedrohung für die Eisbären ist der Klimawandel - und das Problem gehen die Amerikaner nicht an.»

Für Verwirrung sorgte zum Auftakt der Konferenz Thailand. Das Land steht als Drehscheibe für Elfenbeinschmuggel am Pranger. International ist der Handel mit Elfenbein verboten, in Thailand darf aber mit den Stoßzähnen der 4.000 heimischen Zuchtelefanten gehandelt werden. Schmuggler deklarieren dort deshalb Elfenbein afrikanischer Elefanten als thailändische Stoßzähne. Thailand arbeite daran, «dem Elfenbeinhandel ein Ende zu setzen», sagte Regierungschefin Yingluck Shinawatra. Der WWF jubelte. Rohstoff- und Umweltminister Preecha Rengsom-Boonsuk widersprach aber später. Er verneinte, dass ein generelles Handelsverbot geplant sei. (dpa)

 

Haie im Mittelpunkt der UN

Stand: März 2013
Schutz der Haie im Mittelpunkt der UN-Artenschutzkonferenz

Der 3. März 2013 ist für den Naturschutz ein bedeutsames Jubiläum: Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen, auch als CITES (Convention on International Trade in Endangered Species) bekannt, feiert sein 40-jähriges Bestehen. Es ist damit eine der ältesten Umweltkonventionen. 177 Staaten sind der Konvention beigetreten, etwa 5.000 Tier- sowie 29.000 Pflanzenarten werden durch die Konvention geschützt. Dieser Jubiläumstag ist zugleich auch der Auftakt der 16. Vertragsstaatenkonferenz des Abkommens, welche bis zum 14. März in Bangkok, Thailand stattfindet. Auf der Konferenz sollen wichtige Entscheidungen für den Erhalt vieler Arten getroffen werden. Der Schutz gefährdeter Haiarten, des Eisbären, hochwertiger Rosenhölzer und einiger Amphibien und Reptilien steht auf der Agenda.

Aus Sicht des Bundesumweltministeriums haben dabei die Anträge für Haie eine herausragende Bedeutung, da deren Rückgang dramatisch ist und unvorhersehbare Folgen für die Ozeane birgt. So hat auf Initiative des Bundesumweltministeriums die Europäische Union einen Antrag zur Aufnahme des Heringshais (Lamna nasus) in den Anhang II der Konvention vorgelegt. Der Heringshai ist eine weltweit durch Überfischung stark gefährdete Haiart, wegen ihres wertvollen Fleisches u.a in Europa und wegen ihrer Flossen v.a. in Asien begehrt. Bei erfolgreicher Listung dürften in den internationalen Handel nur noch Heringshaiprodukte gelangen, die aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen stammen. In Sachen Haischutz haben Deutschland und die EU eine strategische Partnerschaft mit den USA, Brasilien und Kolumbien geschlossen, die ihrerseits den Weißspitzenhochseehai, verschiedene Hammerhaiarten und den Mantarochen zur Listung beantragen. Bei der Konferenz sind kontroverse Diskussionen zu diesen Anträgen mit u.a. asiatischen Fischereinationen zu erwarten, die kommerziell genutzte marine Arten generell nicht dem Artenschutzabkommen unterwerfen möchten, obwohl die hierfür erforderlichen wissenschaftlichen Listungskriterien erfüllt sind. Ein effektives weltweites Fischereimanagement, das den Zusammenbruch der befischten Bestände verhindern könnte, existiert jedoch nicht, CITES bleibt für diese hochgefährdeten Arten die einzige wirkungsvolle Schutzmöglichkeit.

Auch der Schutz der Nashörner und Elefanten werden ein Schwerpunkt der Konferenz sein. Diese charismatischen Arten sind Opfer einer derzeit dramatischen Eskalation von Wilderei und Schmuggel mit illegalen Wildtier- und Pflanzenprodukten. Insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung asiatischer Staaten hat die Nachfrage nach Luxusgütern und medizinischen Zutaten aus der Natur stark angeheizt. Mit Elfenbein, Tigerknochen, Schneeleopardenfellen, Schuppentieren oder Nashorn-Horn werden enorme Gewinne erzielt. Bis zu 50.000 US-Dollar werden für ein Kilogramm pulverisiertes Nashorn-Horn, als vermeintliches Wundermittel gegen unheilbare Krankheiten, auf dem vietnamesischen Schwarzmarkt erzielt. Hierdurch ist eine neue Form des organisierten Wildtierschmuggels entstanden. Militärisch ausgerüstete Banden verursachen regionale Sicherheitsprobleme und gefährden Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit. Es sind interdisziplinäre wie internationale Strategien gefordert. Das Bundesumweltministerium hat deshalb einen Antrag bei der Weltnaturschutzunion (IUCN) durchgesetzt, der ein hochrangiges Treffen der Ursprungs-, Transit- und Abnehmerländer von Elfenbein zur Lösung dieser Probleme bis spätestens Juni 2013 fordert.

Jährlich werden millionenfach wildlebende Tiere und Pflanzen und daraus hergestellte Produkte international gehandelt, mit Umsätzen im Milliardenbereich. Dieser Handel ist ganz verschiedenartig; er betrifft lebende Tiere und Pflanzen, aber auch eine Vielfalt daraus hergestellter Produkte und Erzeugnisse wie Lebensmittel, exotische Lederprodukte, Holzinstrumente, Touristensouvenirs und Medizin. Der unkontrollierte Handel kann – wie sich leider häufig erwiesen hat – Tier- und Pflanzenpopulationen verringern und zur Ausrottung frei lebender Tier- und Pflanzenarten beitragen. Dem wirkt das Washingtoner Artenschutzübereinkommen entgegen, indem es den internationalen Handel nur zulässt, wenn die Nachhaltigkeit gewährleistet ist.

Deutschland hat in der Geschichte des Übereinkommens erhebliche Beiträge zu seiner Weiterentwicklung geleistet. Dazu gehören (Initiativen zum Schutz gefleckter Raubkatzen, Schutz der Störe, die durch den Kaviarhandel bedroht sind, Heilpflanzenhandel, Süßwasserschildkröten, Frösche und viele mehr) Quelle: BMU

Dalberg Report: Wilderei bedroht die internationale Sicherheit

Gewalt, Korruption, Geldwäsche – jährlich spült der illegale Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten mindestens 19 Milliarden US-Dollar in die Kassen von weltweit arbeitenden Syndikaten und Banden. Allein im Jahr 2012 fielen bislang weit mehr als 10.000 Elefanten und über 588 Nashörner der Wilderei zum Opfer. „Wildlife Crime“ ist mehr als nur ein Umweltverbrechen. weiter ...

Zweigeteilte Jahresbilanz für den Artenschutz

20. Dezember 2012,

WWF zieht zweigeteilte Jahresbilanz für den Artenschutz

Berlin (WWF) 20.12.2012 - Elefanten, Nashörner, Schweinswale und Menschenaffen zählen 2012 zu den großen Verlierern im Tierreich. Zudem bewegte das Ableben von „Lonesome George“ die Gemüter. Das Schicksal der einsamen Riesenschildkröte gilt als symptomatisch für den weltweiten, vom Menschen verursachten Artenschwund. Zu diesem Fazit kommt die Naturschutzorganisation WWF anlässlich des Jahreswechsels. Doch es gibt auch gute Neuigkeiten: Vor allem dank neuer Schutzgebiete und konstanter Aufklärungsarbeit finden sich die bedrohte Seekuh-Art Dugong, der Amur-Leopard und die Quastenflossler auf der Gewinnerseite. In Deutschland dürfen sich Wolf und Elbebiber über positive Zukunftsprognosen freuen. Unklar ist weiterhin das Schicksal des Tigers, so der WWF.

„Hauptursachen für den anhaltenden Verlust biologischer Vielfalt sind Lebensraumzerstörung, Klimawandel, Wilderei und Übernutzung“, warnt Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland. Vor allem die massive Zunahme der Wilderei habe 2012 zahlreichen charismatischen Tierarten, wie etwa Elefant und Nashorn, zugesetzt. „Die globale Staatengemeinschaft muss die Wilderei endlich engagierter bekämpfen“, so Brandes Forderung.

Derweil gibt es zwei Jahre nach dem internationalen Tiger-Gipfel erste Erfolge. So gelang die Verdopplung des Bestands in einem nepalesischen Nationalpark. In der Grenzregion zwischen China und Russland entstanden Schutzkorridore. Es sei jedoch nicht gelungen die Wilderei auf Tiger zu beenden und verbliebene Lebensräume seien noch nicht ausreichend geschützt. „Für den Tiger lässt sich keine eindeutige Jahresbilanz ziehen. Das Ziel, die Bestandszahlen bis 2022 zu verdoppeln, kann aber weiterhin erreicht werden“, sagt WWF-Vorstand Brandes.


Verlierer 2012

Afrikanische Elefanten: Seit Anfang 2012 sind weit über 10.000 Elefanten aus den Savannen und Wäldern Afrikas verschwunden. Sie wurden Opfer grausamer Verbrechen, niedergemetzelt und verstümmelt von skrupellosen Kriminellen, die es auf die Stoßzähne abgesehen haben.

Nashörner: Auch die Nashörner sind von der dramatischen Wildereikrise betroffen. Allein in Südafrika wurden 2012 pro Tag etwa zwei Tiere getötet. Die Hörner gehen vor allem nach Vietnam, wo sie in geriebener Form als dubiose Heilmittel eingesetzt werden. Dementsprechend ist auch die Lage der asiatischen Nashörner extrem kritisch. So zählen die Java-Nashörner zu den bedrohtesten Säugetieren weltweit.

Menschenaffen: Egal ob Gorilla, Bonobo, Orang-Utan oder Schimpanse: Unseren nächsten Verwandten im Tierreich geht es immer schlechter. Rücksichtlose Wilderei, Lebensraumzerstörung, die unruhige politische Situation und das tödliche Ebola-Virus, vor allem in den Ländern Zentralafrikas, führen zu einem bisher ungebremsten Rückgang der Bestände. Nur die Population des Berggorillas ist leicht ansteigend.

Lonesome George: Ein symptomatisches Einzelschicksal ist der Tod von Lonesome George. Mit ihm ist im Juni 2012 auf der Galapagos-Insel Pinta der letzte Vertreter der Riesenschildkröte Chelonoidis nigra ssp. abingdoni gestorben. George wurde etwa 100 Jahre alt und galt als einsamstes Tier der Welt. Forscher haben zwar im November Gene von Chelonoidis nigra ssp. abingdoni in anderen Schildkröten entdeckt, doch nach derzeitigem Stand der Wissenschaft ist es nicht möglich hieraus eine neue Generation zu züchten oder gar zu klonen.

Ostsee-Schweinswal: Deutschlands einzige Walart kämpft weiter ums Überleben. Selbst in den Meeresschutzgebieten ist der kleine Wal vor den Todesfallen der Stellnetzfischerei nicht sicher. Die feinmaschigen Netze sind für das Echolot der Meeressäuger unsichtbar, die Tiere verheddern sich darin und ersticken. Etwa 4.500 Quadratkilometer sind in der deutschen Ostsee offiziell dem Schweinswalschutz gewidmet. Aber jeder Quadratkilometer davon darf weiter befischt werden, weil Umweltminister Peter Altmaier und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner seit 20 Monaten eine Regelung der Fischerei in Schutzgebieten blockieren.


Gewinner 2012

Wölfe: Im Herbst gelangen, keine 25 Kilometer von der Stadtgrenze Berlins entfernt, mit einer WWF-Fotofalle Aufnahmen eines neuen Familienverbands. Der Wolf besiedelt somit trotz mancher Rückschritte und Verluste seine alte Heimat immer weiter neu. Seine Rückkehr ist Erfolg und zugleich Herausforderung für den Naturschutz. In Deutschland gibt es mittlerweile 18 bestätigte Rudel und einige Einzeltiere. Der WWF setzt sich dafür ein, ein möglichst konfliktfreies Miteinander von Mensch und Wolf zu ermöglichen.

Dugongs, Meeresschildkröten und Quastenflosser: Mosambik hat 2012 Afrikas größtes Küstenschutzgebiet ausgewiesen. Das Primeiras e Segundas-Archipel erstreckt sich über eine Millionen Hektar und umfasst zehn Inseln. Seltene Meeresschildkröten haben hier ihre Nistplätze. Auch der Quastenflosser, ein Fisch, der schon lange vor den Dinosauriern die Meere bevölkerte, ist in der Region zuhause. Die letzten großen Seegraswiesen Afrikas und extensive Mangrovenwälder sind zudem Lebensraum der bedrohten Dugongs. Dugongs sind die einzigen heute noch lebenden Vertreter der Gabelschwanzseekühe.

Amur-Leopard: Nach jahrelanger Vorarbeit des WWF hat die russische Regierung im Fernen Osten einen neuen Nationalpark eingerichtet, um die letzten Amur-Leoparden zu schützen. Die Leoparden-Unterart gilt als die seltenste Großkatze der Welt. Zukünftig sollen bis zu 50 Tiere im neuen sogenannten „Leopardenland“ leben können und so die Unterart vor dem Aussterben bewahrt werden.

Elbebiber: Zwei Jahre nach Baubeginn wurde der erste Abschnitt des neuen Elb-Deiches nahe Dessau fertiggestellt. Die Deichrückverlegung ist Hauptbestandteil des derzeit größten WWF-Naturschutzprojekts in Deutschland. Durch Schaffung von zusätzlichen 600 Hektar Überflutungsfläche wird in der Region die Gefahr von Flutkatastrophen gemindert und zugleich profitiert der Elbebiber von der Vergrößerung seines Lebensraums. Der Bestand dieser nur in Deutschland heimischen Unterart konnte inzwischen stabilisiert werden. Gefördert wird das WWF-Projekt durch das Bundesumweltministerium (75 Prozent) und das Land Sachsen-Anhalt (15 Prozent).

Naturschutz, Artenschutz, Rote Listen

35 Jahre Inventur der Natur

  • "Rote Listen gefährdeter Pflanzen und Tiere Deutschlands" zeigen seit 35 Jahren fortschreitenden Verlust der Artenvielfalt
  • Erfolge durch Artenschutzprogramme bei Schwarzstorch, Uhu und Fischotter

Bonn, 30. Oktober 2012: Die Rote Liste gefährdeter Arten Deutschlands wird am morgigen Mittwoch (31.10.2012) 35 Jahre alt. Die Rote Liste verdeutlicht nicht nur die Gefährdungsgrade der heimischen Tier- und Pflanzenarten und dokumentiert, wie sich deren Bestände kurz- und langfristig entwickeln. Sie dient darüber hinaus auch als ein Inventarverzeichnis der in Deutschland vorkommenden Arten. Als allgemein anerkanntes Fachgutachten bildet die Rote Liste damit eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Politiker, Behörden und Planer. Sie wird etwa alle zehn Jahre unter Federführung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zusammen mit zahlreichen ehrenamtlichen Expertinnen und Experten erarbeitet.

"Mit den Roten Listen wird die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf die Gefährdung von Arten gelenkt. Sie liefern eine fachlich fundierte Übersicht über den Zustand der biologischen Vielfalt in Deutschland und zeigen Handlungsbedarf im Bereich des Artenschutzes auf", sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel anlässlich des 35-jährigen Jubiläums. "Bei einigen Arten konnte mit Hilfe der Roten Liste eine erfreuliche Verbesserung ihrer Situation verdeutlicht werden. Mit konsequenten Naturschutzmaßnahmen wurden beispielsweise die Vorkommen wichtiger Flaggschiffarten wie Schwarzstorch, Uhu, Fischotter und Seehund gestärkt", so Jessel. Positive Bestandsentwicklungen sind über die vergangenen 35 Jahre ebenfalls bei einer Reihe von Fledermaus- und Greifvogelarten zu verzeichnen. Für die Trendumkehr in der Bestandsentwicklung dieser Arten ist die konsequente Durchführung von Naturschutzmaßnahmen ausschlaggebend. Mit der verbesserten Wasserqualität in unseren Flüssen kehrten zudem bestimmte Fischarten zurück und der Abbau schadstoffintensiver Industriebereiche sowie Luftreinhaltemaßnahmen kamen einigen empfindlichen Moosen und Flechten zugute.

"Trotz dieser einzelnen positiven Ergebnisse, schreitet der Verlust der Artenvielfalt weiter voran. Bei vielen in ihren Beständen stark rückläufigen Arten, müssen wir dringend handeln", so Beate Jessel. Der Artenschwund ist bis heute in erster Linie vom Menschen verursacht und liegt etwa zehnmal höher als die natürliche Aussterberate. Hauptursachen für den Artenrückgang sind die Lebensraumzerschneidung und die Intensivierung der Landwirtschaft. Die aktuellen Roten Listen zeigen, dass fast 28 % der bewerteten Wirbeltiere bestandsgefährdet sind, weitere fast 8 % sind bereits ausgestorben oder verschollen. In einigen Tiergruppen, zum Beispiel bei den Reptilien, liegt der Anteil der gefährdeten Arten mit über 60% sogar noch sehr viel höher.

Hintergrund

Bis Mitte der 70er Jahre war der Rückgang von Arten und deren Lebensräumen unübersehbar, aber statistisch nur in geringem Umfang erfasst. Im Oktober 1977 erschien die "Rote Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten" erstmalig in Deutschland. Dieser zunächst auf die alten Bundesländer beschränkte Sammelband umfasste insgesamt 19 Listen verschiedener Organismengruppen und folgte dem internationalen Vorbild der "Red Data Books" der IUCN (International Union for Conservation of Nature). Seither wurde dieses Werk mehrfach grundlegend überarbeitet, aktualisiert und erweitert sowie 1994 durch die Rote Liste der Biotoptypen und im Jahr 2000 durch die Rote Liste der Pflanzengesellschaften ergänzt. Die Rote Liste der Biotoptypen Deutschlands liegt seit 2006 in einer fortgeschriebenen Fassung vor. Erst vor kurzem wurde die Neuauflage der Roten Liste der wirbellosen Tiere vorgestellt.

Rote Listen enthalten Verzeichnisse ausgestorbener, verschollener oder gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, Pflanzengesellschaften sowie Biotoptypen und Biotopkomplexe. Als wissenschaftliche Fachgutachten stellen die Roten Listen den Gefährdungsstatus von Arten für einen bestimmten Bezugsraum dar. Sie werden als Argumentationshilfe für raum- und umweltrelevante Planungen herangezogen und sind Datenquelle für gesetzgeberische Maßnahmen.

Rote Listen werden in der Regel von den Naturschutzverwaltungen herausgegeben und in Kooperation mit zahlreichen Spezialisten erarbeitet. In Deutschland sind vor allem die Roten Listen des Bundes und der Bundesländer von Bedeutung.

Derzeit liegen folgende vom Bundesamt für Naturschutz herausgegebene Rote Listen vor:

Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands - Band 1: Wirbeltiere (Haupt et al. 2009)

Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands - Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1) (Binot-Hafke et al. 2011)

Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands - Band 6: Pilze (Teil 2) - Flechten und Myxomyzeten (Ludwig & Matzke-Hajek 2011)

Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands. Zweite fortgeschriebene Fassung 2006 (Riecken, Finck, Raths, Schröder & Ssymank 2006)

Verzeichnis und Rote Liste der Pflanzengesellschaften Deutschlands (Rennwald 2000) Rote Liste der gefährdeten Tiere (Binot et al. 1998)

Rote Liste der gefährdeten Pflanzen (Ludwig & Schnittler 1996)

Rote Listen und Artenlisten der Tiere und Pflanzen des deutschen Meeres- und Küstenbereichs der Ostsee (Merck & v. Nordheim 1996)

Rote Listen der Biotoptypen, Tier- und Pflanzenarten des deutschen Wattenmeer-und Nordseebereichs (v. Nordheim & Merck 1995)

Weitere Informationen zur Gefährdung einzelner Organismengruppen und der Biotoptypen bieten die BfN-Homepage unter www.bfn.de/0322_rote_liste.html und die soeben erschienenen "Daten zur Natur 2012" unter bfn.de/0401_pm.html.

Urlauber zum Natur- und Tierschutz beitragen

02.11.2012

So können Urlauber zum Natur- und Tierschutz in fernen Ländern beitragen

Berlin. Viele Touristen erkunden gerne die exotischen Natur- und Tierwelten ferner Ländern. Volker Homes, Leiter des Bereichs Artenschutz beim Naturschutzbund WWF, erklärt wie Urlauber sich verantwortungsvoll verhalten und zum Artenschutz beitragen können.

Es sind oft die üppigen Landschaften und exotischen Tierwelten, die Urlauber in ferne Länder ziehen. Da diese an vielen Orten jedoch bedroht sind, sollten Reisende sensibel damit umgehen.

Wer die Tier- und Pflanzenwelt am Urlaubsort entdecken und beispielsweise eine Schnorcheltour, eine Walbeobachtungsfahrt oder eine Safari machen möchte, sollte einen verantwortungsvollen Anbieter wählen, rät Volker Homes, Leiter des Bereichs Artenschutz bei der Naturschutzorganisation WWF. "Wichtig ist, dass die Touren von ausgebildeten Naturführern geleitet werden und das Wohl der Tiere im Vordergrund steht." Dazu gehöre zum Beispiel, dass diesen Rückzugsmöglichkeiten gelassen und sie nicht bedrängt oder verfolgt werden. Wünschenswert sei außerdem, dass ein Teil der Einnahmen aus den Touren der Tier- und Pflanzenwelt vor Ort zugutekommt, beispielsweise indem Forschungs- oder Schutzprojekte unterstützt werden.

Keine Souvenirs von geschützten Arten

Auch wenn es um Mitbringsel und Erinnerungsstücke geht, sollten Urlauber sensibel vorgehen. Nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen ist der Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten zwar verboten, sagt Homes, was auch für Souvenirs gelte.

Trotzdem werden diese immer noch angeboten. "Im Sinne des Artenschutzes sollten Urlauber deshalb genau hinsehen, worum es sich bei dem Souvenir handelt, bevor sie etwas kaufen", appelliert der Experte.

Wilderei für Souvenirs

In vielen Fällen ist das relativ einfach zu erkennen: präparierte Schlangen wie Kobras oder Meeresschildkröten sollten ebenso wenig gekauft werden, wie alles, was im Zusammenhang mit Elefanten stehe. "Besonders hinsichtlich von Produkten aus Elfenbein gibt es trotz der vielen Kampagnen und Informationen bei den Funden des Zolls keinen spürbaren Knick", bedauert Homes.

Das habe fatale Auswirkungen auf die Elefantenpopulationen Afrikas, denn die Wilderei nehme immer größere Ausmaße an. Der Markt für diese illegalen Produkte, zu denen übrigens auch Schmuck mit Elefantenhaar gehört, beschränkt sich nicht nur auf Afrika: "Was zum Beispiel auf Thailands Märkten angeboten wird, ist geschmuggeltes Elfenbein aus Afrika."

Im Zweifelsfall besser nicht kaufen

Sei nicht zu erkennen, woraus ein Souvenir tatsächlich gefertigt wurde, sollte im Zweifelsfall auf den Kauf verzichtet werden.

Denn Unwissenheit entbindet nicht von der eigenen Verantwortung, auch vor dem deutschen Zoll nicht, betont Homes: "Bei der Einreise gefundene Souvenirs aus geschützten Arten werden nicht nur beschlagnahmt, es wird in der Regel auch ein Bußgeld fällig." In machen Fällen könne es sogar eine Strafanzeige geben.

Vor der Reise informieren

Der Experte empfiehlt, sich schon vor der Reise zu informieren. Der WWF hat einen Souvenirführer herausgegeben, der im Internet unter wwf.de heruntergeladen oder bestellt werden kann.

Eine weitere Möglichkeit sei das gemeinsame Angebot von Bundesamt für Naturschutz (BfN) und Zoll: unter artenschutz-online.de können für das jeweilige Urlaubsziel Informationen zu geschützten Arten, Produkten und eventuell erlaubten Einfuhrmengen abgerufen werden. (dapd)

Hilfen für den Artenschutz verdoppelt



Die Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere und Pflanzen wird immer länger. Die Weltgemeinschaft will das ändern - doch ist Umweltschutz teuer. Auf einer UN-Konferenz in Indien haben sich die Länder erst nach langem Ringen auf eine Aufstockung der Mittel geeinigt.

Die Weltgemeinschaft hat sich zwei Jahre nach ihren Beschlüssen zum Stopp des Artensterbens auf eine Finanzierung des aufwendigen Rettungsplans geeinigt. Die Industriestaaten werden bis 2015 ihre Zahlungen an die Entwicklungsländer verdoppeln, beschlossen die Delegierten aus 193 Staaten auf der UN-Artenschutzkonferenz (CBD) im indischen Hyderabad am Wochenende. Die Naturschutzhilfen sollen dann 10 Milliarden Dollar (etwa 7,7 Mrd. Euro) jährlich erreichen, heißt es im Abschlussdokument. Wie sich die Transferleistungen danach entwickeln, soll auf der nächsten Konferenz 2014 festgelegt werden. Umweltschützer lobten den gefundenen Kompromiss.

Auf der fast zweiwöchigen Konferenz hatten die Vertreter der Staaten hart um einen Kompromiss gerungen. Vor allem Brasilien und China hatten sich nach Angaben von Beobachtern bis zuletzt gegen höhere Finanzzusagen gesperrt. CBD-Exekutivsekretär Braulio Ferreira de Souza Dias zeigte sich zufrieden darüber, dass die Staaten trotz der wirtschaftlichen Krise ein solche Ergebnis erzielten. "Die Regierungen schreiten bei der Umsetzung voran und betrachten Biodiversität mehr als eine Chance, die sie ergreifen können, denn als ein Problem, das gelöst werden muss."

Ausgaben steigen nicht so stark

Nach Angaben des Nabu steigen die Ausgaben der 27 europäischen Staaten nicht so stark, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn die jetzt verabschiedete Verdopplung werde anhand des Durchschnittswertes der Jahre 2006 bis 2010 ermittelt, der für die EU bei knapp 1,7 Milliarden Euro liege. Bis zum Jahr 2015 müssten die Europäer ihre Hilfen also um rund 400 Millionen auf 3,4 Milliarden Euro erhöhen, rechnet Nabu-Experte Kreiser vor.

Die Hilfsgelder sollen laut WWF für neue Nationalparke, Waldschutzgebiete und nachhaltige Landnutzungsprojekte in den armen Ländern ausgegeben werden. Damit will die internationale Gemeinschaft die 20 Ziele erreichen, die sie sich vor zwei Jahren bei der Konferenz im japanischen Nagoya gesetzt hatte. Dazu gehören etwa die nachhaltige Bewirtschaftung von Fischbeständen, Agrarflächen und Wäldern sowie die Halbierung des Verlusts von Lebensräumen.

Rote Liste wird länger

Derzeit sind nach Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN) 41 Prozent der Amphibien vom Aussterben bedroht sowie 33 Prozent der Korallen, 25 Prozent der Säugetiere, 13 Prozent der Vögel und 30 Prozent der Pflanzenarten. Und die Rote Liste wird ständig länger. 795 Arten sind nach IUCN-Zählung bereits verloren, weitere 63 leben nur noch in Zoos und Botanischen Gärten.

Die Umweltorganisationen WWF und BUND begrüßten den Abschluss in Hyderabad grundsätzlich. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger forderte aber, die Beschlüsse konsequenter umzusetzen - zum Beispiel was den Abbau von umweltschädlichen Subventionen etwa beim Fischfang betrifft. "Sonst werden die jetzt zugesagten Gelder verpuffen, da Finanzmittel für Aktivitäten, die die biologische Vielfalt zerstören, noch immer wesentlich höher sind."

"Nötige Anschubfinanzierung"

Nabu-Präsident Olaf Tschimpke bezeichnete den hart errungenen Kompromiss als "die nötige Anschubfinanzierung". Auch die Weltnaturschutzunion (IUCN) rief die Staaten dazu auf, die Gelder "dringend aufzustocken". Dabei könnten auch neue Finanzquellen etwa aus dem Privatsektor erschlossen werden.

Kritik gab es dafür, dass die Bundesregierung keinen hochrangigen Vertreter nach Hyderabad schickte, wohingegen Umweltminister aus vielen anderen Ländern zugegen waren. "Das ist ein fatales Signal, vor allem in Richtung der Entwicklungsländer", meinte WWF-Experte Günter Mitlacher. Die Grünen bemängelten, es sei wegen mangelnder Vorbereitung nur ein "Minimalkompromiss" gefunden worden. Die Staaten vereinbarten in Hyderabad außerdem, jeweils "wesentlich mehr" aus ihrem Haushalt für den Biodiversitätsschutz im eigenen Land ausgeben wollen. Erstmals sagten dies auch Schwellen- und Entwicklungsländer zu, darunter Indien und einige afrikanische Staaten.

Ausdrücklich begrüßten alle Naturschutzorganisationen die Ergebnisse, die beim Wald- und Meeresschutz erzielt wurden. So seien 48 ökologisch bedeutsame Meeresgebiete in der Karibik, dem westlichen Atlantik und dem südwestlichen Pazifik anerkannt worden, erklärte der WWF. So komme man dem vor zwei Jahren beschlossenen Ziel näher, zehn Prozent der Meere unter Schutz zu stellen. (dpa/Tageblatt)

ipbes

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Bonn wird internationale Hauptstadt für den Artenschutz
Zur Entscheidung der internationalen Staatengemeinschaft, das IPBES-Sekretariat in Bonn anzusiedeln, erklärt Undine Kurth, parlamentarische Geschäftsführerin und Sprecherin für Naturschutz:

Es ist erfreulich, dass die internationale Staatengemeinschaft sich für Bonn für das IPBES (Sekretariat des neuen internationalen Wissenschaftlergremiums für Biodiversität) entschieden hat. Bonn hat sich gegen starke Konkurrenz weiter ...

 

Hoffnung für den Artenschutz


21.10.2012 Weltgemeinschaft gibt Geld für bedrohte Tiere, Pflanzen und Lebensräume.

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind die bei der 11. UN-Biodiversitätskonferenz im indischen Hyderabad beschlossenen zusätzlichen Finanzmittel „ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“ für die Umsetzung der dringend notwendigen Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt bis 2020. Die Vertragsstaaten einigten sich darauf, dass die Industrieländer ihre Naturschutzhilfen für ärmere Länder bis 2015 auf rund 7,7 Milliarden Euro pro Jahr verdoppeln werden.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Mit den zugesagten Geldern und den Einzelbeschlüssen aus Hyderabad gibt es noch eine Chance, den Arten- und Lebensraumverlust bis 2020 zu stoppen. Allerdings müssen die bisher gefassten Beschlüsse, beispielsweise zum Abbau umweltschädlicher Subventionen, konsequenter umgesetzt werden. Sonst werden die jetzt zugesagten Gelder verpuffen, da Finanzmittel für Aktivitäten, die die biologische Vielfalt zerstören, noch immer wesentlich höher sind“.

Finanzielle Mittel allein könnten das Artensterben nicht aufhalten, doch seien diese unabdingbar, wenn es beispielsweise um die Ausweisung und die Betreuung von Schutzgebieten oder die Wiederherstellung zerstörter Lebensräume wie Moore und Wälder ginge. Auch die Schaffung eines Bewusstseins für den Wert der biologischen Vielfalt, von der Bevölkerung bis zu den politischen Entscheidungsträgern, sei mit finanziellen Ausgaben verbunden.

Insbesondere die deutsche Delegation habe sich im Rahmen der EU für einen erfolgreichen Abschluss der Konferenz eingesetzt, sagte Weiger. So habe die EU gegen den intensiven Widerstand Brasiliens sichergestellt, dass beim Waldschutz nicht nur der Klimaschutz sondern auch ökologische und soziale Faktoren berücksichtigt werden. Zu begrüßen sei auch die Einigung der Staatengemeinschaft auf eine Liste von ökologisch bedeutsamen Gebieten in der Hochsee und im Mittelmeer. Diese lege den Grundstein für die überfällige Ausweisung von Meeresschutzgebieten auf hoher See. Ein weiterer Erfolg sei die Bekräftigung des Memorandums über die Manipulation des Weltklimas mit technologischen Mitteln.

Positiv sei zudem der Beschluss, sich kritisch mit der Produktion von Agrosprit auseinandersetzen zu wollen. Nicola Uhde, BUND-Expertin für internationale Biodiversitätspolitik: „Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass der Anbau von Palmöl, Zuckerrohr und anderen Energiepflanzen Arten und Lebensräume massiv gefährdet und die Konkurrenz von Teller und Tank die Ernährungssicherheit ganzer Regionen aufs Spiel setzt. Der Beschluss zur Überprüfung der Biosprit-Strategie ist somit ein Lichtblick auf dem Weg der Verhinderung weiterer Schäden durch die Agrospritproduktion.“

Die Rechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften beim Biodiversitätsschutz hingegen seien auf der Konferenz in Hyderabad nicht ausreichend gestärkt worden, so Uhde: „Insbesondere bei ungeklärten Landrechtsfragen besteht die Gefahr, dass Naturschutz zu Lasten der ortsansässigen Bevölkerung durchgesetzt wird. Dabei hat sich in vielen Veranstaltungen während der Konferenz gezeigt, dass gerade kleine Naturschutzgebiete, die auf kommunaler Ebene initiiert und organisiert werden, oft große und in der Regel langfristig stabile Erfolge beim Erhalt der biologischen Vielfalt vorweisen können.“ Hier gebe es bis zur nächsten Vertragsstaatenkonferenz, die für 2014 in Südkorea geplant ist, noch viel zu tun.

An Deutschland gerichtet forderte Weiger, auch im Inland mehr für den Schutz von Arten und Lebensräumen zu tun: „Deutschland ist aufgefordert, im Interesse seiner eigenen Glaubwürdigkeit seine nationale Biodiversitätsstrategie konsequenter umzusetzen als bisher. Dazu gehört auch, zehn Prozent der staatlichen Wälder dauerhaft der natürlichen Entwicklung zu überlassen und diese in einem Schutzgebietssystem miteinander zu vernetzen“, so der BUND-Vorsitzende. Nur dann sei Deutschland auch im internationalen Kontext glaubwürdig.

Quelle: BUND